Im Jahr 1994 musste ich einige Chemo- und Radiotherapien
machen. Diese Behandlungen führten bei mir zur Unfruchtbarkeit. Als die Ärzte
mich nach dem Ende der Chemotherapie darüber aufklärten, dass ich keine Kinder
zeugen könnte, fiel ich verständlicherweise in Zustände tiefster Depressionen.
Ich habe ein Motiv ... das Leben geht weiter... und die Qual wurde langsam
weniger
Zufälligerweise hatte ich im Februar 2007 bei mir zuhause eine junge Dame aus
Litauen zu Gast, die am „Erasmus“ - Programm in Trento teilnehmen sollte. Sie
kam für eine Woche nach Mailand. Während unserer Gespräche bei Rissotto und
Rotwein, fragte sie mich: „Kennst du eigentlich
CouchSurfing? „Nein“,
war meine Antwort, „Was ist das denn?“ Sie klärte mich über das Anliegen und
Funktionieren dieser online-community auf. Noch am selben Tag wurde ich Mitglied
und erstellte mein Profil.
Seit diesem besagten Februar 2007 veränderte sich mein Leben radikal. Ich fing
an, Leute bei mir zu beherbergen. Reisende, von denen ich nur das wusste, was in
ihren Profilen und den Referenzen zu lesen war. Ich fing, diese Sache zu lieben.
Und zwar so sehr, dass ich während 18 Monaten an die
250
Leute aus 44 unterschiedlichen Ländern bei mir zu Gast hatte.
Im Oktober 2007 beherbergte ich meinen 100. Gast und in diesem Moment kam mir
eine Idee: 2 Euro für jeden Gast bedeuten eine Summe von 200 Euro! Sicherlich
ist es nicht das ganz grosse Geld und vor allem steht es im Gegensatz zu den
Couchsurfing- Regeln (nach denen es untersagt ist, als Gastgeber im Gegenzug die
Gäste um Geld zu bitten). Jedoch steht es mir frei, dass ich sie, sofern sie
wollen und einverstanden sind, die Gäste um eine freiwillige Spende in Höhe von
2 Euro bitten kann ... es ist wesentlich günstiger als ein Bier oder eine Cola.
Mir geht es nicht darum, das Geld für mich zu behalten, sondern ich dachte
vielmehr daran, es an einige Organisationen, die sich um Fern-Adoptionen kümmern,
zu spenden und auf diese Weise meine mir versagt gebliebene Vaterschaft zu
sublimieren.
2 Euro für den einzelnen Reisenden sind eine kleine Summe.. aber mit 200 Euro
können wir 20 Kinder auf der ganzen Welt adoptieren. Sie erhalten
Gesundheitsvorsorge, Essen, Bildung.. auf kurze Sicht hin ein anständiges Leben.
So fing das Projekt an.. und hier sind wir.
Jeder, der mindestens 2 Euro spenden möchte erhält eine Anstecknadel mit dem
Logo des Projektes, eine Spendenbescheinigung und wird mitsamt Foto auf der
Website genannt.
Am Ende eines jeden Jahres wird die gesammelte Summe an eine oder mehrere (je
nachdem wie hoch die summe ist) Organisationen gespendet, die sich um
Fernadoptionen kümmern.
maurizio mangano